Aktuell

Newsletter 01/2021

FIBER-Veranstaltungen 2021

Covid-19 durchkreuzt weiterhin auch die FIBER-Veranstaltungspläne. Wir hoffen sehr auf etwas normalere Zustände im Herbst, damit wir dieses Jahr die beliebten Laichzeit-Workshops durchführen können – mit der Kartierungsapp würden wir gerne endlich zusammen mit euch direkt ans Gewässer.

Als Ersatz für die Äschenexkursionen im Frühling möchten wir euch einen Online-Vortrag zur Fortpflanzung der Äsche anbieten. Dieser findet am 8. April um 19 Uhr statt – bei Interesse meldet euch bitte auf fiber@eawag.ch.

Nachtrag: Äschen-Vortrag ausgebucht!

Neben den Laichzeit-Workshops hoffen wir euch im Herbst auch endlich eine Wiederholung unseres Peak-Kurses «Genetik und fischereiliche Bewirtschaftung» anbieten zu können, welche für den 1.10.21 geplant ist. Nähere Infos zu den Veranstaltungen und je nach Situation noch weitere Kursangebote folgen zu einem späteren Zeitpunkt. Wir wünschen euch eine gute Zeit, bleibt gesund!

FIBER-Veranstaltungen

In Arbeit: Neue FIBER-Broschüre zu den Fischen in Schweizer Seen

Die Schweizer Seen und ihre Fischarten sind einzigartig vielfältig. Erdgeschichtlich ist diese Vielfalt nach der letzten Eiszeit (vor ungefähr 12000 Jahren) durch die Wiederansiedlung der Arten aus den Einzugsgebieten Rhein, Rhone, Po und Donau sowie der darauffolgenden Artenbildung innerhalb mancher Seen geprägt. Aber welche Fischarten leben aktuell überhaupt in unseren Seen? Können wir die Arten, die früher beschrieben wurden, heute noch alle finden und/oder gibt es sogar noch unbeschriebene Arten? Um solche Fragen zu beantworten und den Ist-Zustand unserer Seen zu erfassen, wurden für das Eawag-Forschungsprojekt «Projet Lac» während sieben Jahren umfangreiche, standardisierte Komplett-Erhebungen der Fischgemeinschaften in 35 Voralpen- und Alpenseen durgeführt. Bei diesen Befischungen kamen horizontale, sowie auch vertikale Netze vom Flachwasser bis in die tiefsten Bereiche der Seen zum Einsatz. Mit Hydroakustik wurden Fische im Freiwasser aufgespürt und in den flachen Uferbereichen mittels Elektrofischerei unter anderem auch solche Fische gefangen, die sich gerne in Strukturen aus Stein und Holz verstecken und mit Netzen schwer zu fangen sind. Die einzelnen Seenberichte sind sicher einigen von euch bekannt, der zusammenfassende Bericht mit Analysen über alle Seen sollte bald erscheinen. 

Abbildung 1: Illustration der verschiedenen Befischungsmethoden, die beim «Projet Lac» zur Komplett-Erhebung der Fischvielfalt der Alpenrandseen eingesetzt wurden (Zeichnung: © M. Goguilly). Das Foto rechts zeigt Vertikalnetze im Einsatz (Foto: Eawag).

Die Resultate sind eindrücklich und schaffen eine wichtige Grundlage für Vergleiche zwischen verschiedenen Seen und Regionen, sowie um Veränderungen der Artenvielfalt und Bestände der Schweizer Seenfische zukünftig im Laufe der Zeit zu untersuchen. Die Erkenntnisse aus «Projet Lac» möchte die FIBER auch für die Fischerinnen und Fischer leicht zugänglich machen und arbeitet an einer neuen Broschüre zur Vielfalt der Fische in Schweizer Seen. Um euch ein wenig «gluschtig» zu machen, gibt es hier einen kleinen Ausblick…

Bei «Projet Lac» wurden in den Voralpenseen der Schweiz, sowie einiger grenznaher Seen in Frankreich, Italien und in den Deutschen und Österreichischen Gebieten des Bodensees 106 Fischarten gefunden, davon sind 41 endemisch, kommen also nur in einem bestimmten See vor. Die überwiegende Mehrheit der Fische unserer Seen gehört zu den Familien der Lachs- (Salmoniden) und Karpfenartigen (Cypriniden). Zusammen mit diversen Felchenarten (Coregonus spp.), siehe dazu auch den Beitrag «2 Seen, 7 Felchenarten» weiter unten, ist der Egli (Perca fluviatilis) der am weitesten verbreitete Fisch und dominiert die flachen Uferzonen. Vier Salmonidenarten, von welchen man glaubte sie seien ausgestorben, wurden bei diesen Forschungsarbeiten wiederentdeckt – beispielsweise der Tiefensaibling Salvelinus profundus im Bodensee. Neben den heimischen wurden über 30 gebietsfremde Arten gefunden, dazu gehören Exoten aus Asien oder Nordamerika wie beispielsweise die Kanadische Seeforelle (Salvelinus namaycush), der Sonnenbarsch (Lepomis gibbosus) und der Blaubandbärbling (Pseudorasbora parva).

Genetische Untersuchungen erleichtern die Identifizierung von Fischen. So können sehr ähnliche Arten genau unterschieden und vielleicht nicht auf den ersten Blick erkennbare Arten entdeckt werden. Mithilfe der Genetik können aber auch Arten «verschwinden».  Bisher war man zum Beispiel davon ausgegangen, dass es sich bei der hiesigen Elritzenart nördlich der Alpen um Phoxinus phoxinus handelt. Das Vorkommen von P. phoxinus konnte jedoch bei «Projet Lac» (und auch nicht in anderen Monitorings) für keinen der Schweizer Seen bestätigt werden. Stattdessen wurden Arten gefunden die ihren Weg sowohl aus den Einzugsgebieten der Donau im Osten als auch der Rhone im Westen in die Schweiz fanden, mitunter die für die Schweiz erstmals nachgewiesene Art P. czikii, die ursprünglich aus dem Donaueinzugsgebiet stammt. Ob es Phoxinus phoxinus jemals in der Schweiz gab oder ursprünglich falsch identifiziert wurde, ist noch nicht klar.

Abbildung 2: Bei genetischen Untersuchungen im Rahmen von «Projet Lac» wurden verschiedene Elritzenarten identifiziert: Phoxinus septimaniae (oben), Phoxinus csikii (mitte) und Phoxinus lumaireul (unten). Die eigentlich in der Schweiz erwartete Elritzenart Phoxinus phoxinus wurde hingegen nicht gefunden. Fotos: Eawag

Natürliche, aber vor allem auch durch den Menschen ausgelöste Veränderungen beeinflussen unsere einzigartigen Seen-Ökosysteme und deren Artenvielfalt. Negativ davon betroffen sind besonders anspruchsvollere Fische wie die kälte- und sauerstoffliebenden Salmoniden, von denen bereits einige Arten ausgestorben, vom Aussterben bedroht oder stark gefährdet sind. Für den Schutz der Artenvielfalt und die effektive Bewirtschaftung unserer Seen sind darum umfangreiche, aktuelle Kenntnisse der vorhandenen Fischarten und deren Bestände, wie auch deren Lebensräume enorm wichtig.

Wir freuen uns heute schon, euch mit dieser neuen Broschüre so bald wie möglich einen tieferen Einblick in die faszinierende Welt unserer Seen präsentieren zu dürfen. Falls ihr schon jetzt mehr wissen möchtet, gibt es die Berichte von «Projet Lac» zu den einzelnen Seen hier.

Rückblick und Ausblick «Laichzeit!»

Eine weitere Laichzeit liegt hinter uns – und uns haben unzählige Kartierungen erreicht. Nach einem ersten Blick in die Daten wurden wohl gegen 200 Gewässer von um die 100 Kartierenden beobachtet.

Die FIBER Laichzeit-App erfreut sich grosser Beliebtheit und die vorgenommenen Verbesserungen der Server-Anbindung und Standortmarkierung auf der Online-Karte haben die Kartierungen weiter vereinfacht. Wir sind aber auch dieses Jahr selbstverständlich daran, die App weiter zu optimieren. Derzeit überprüfen wir die Nutzung von anderem Kartenmaterial, da einige Gewässer und Gewässerläufe nicht vorhanden oder nur in «alter Form» angezeigt werden. Weiter sollte es ab nächstem Herbst möglich sein, dass ihr eure Daten selbst exportieren und euch die Laichgruben auf einer Karte anzeigen lassen könnt. Wenn ihr von dieser Saison einen Datenauszug von eurem Gewässer wünscht, dürft ihr euch sehr gerne bei uns melden. Dieses Jahr wird voraussichtlich auch der Laichzeit-Bericht eine etwas andere Form annehmen – eine Homepage mit Übersichtskarte und Informationen zu den kartierten Gewässern sowie Beobachtungen und Auswertungen zu den Temperaturloggern soll im Verlauf des Jahres aufgeschaltet werden.

Wir sind gespannt auf all die Neuerungen und hoffen, dass ihr Freude daran habt. Vielen Dank für all eure Rückmeldungen zur App und ein grosses Merci für euren Einsatz am Gewässer!

Programm «Laichzeit!»

Die App zur Kartierung bei Google Play und im iOS Appstore

Video «Forellen-Laichgruben erkennen» auf Youtube

Videoanleitung zur Laichzeit-APP auf Youtube

Der Alet ist Fisch des Jahres 2021

Auf den ersten Blick ist er ein unscheinbarer Allerweltsfisch. Was ihm aber in diesen Krisenzeiten gelingt, macht ihm so schnell keiner nach. Der Alet ist ein Überlebenskünstler, der sich selbst in ökologisch zerstörten Gewässern behauptet. Soviel Anpassungsfähigkeit und Robustheit verdient Bewunderung und Interesse. Der Alet ist ein hoffnungsvoller Beweis für die Widerstandskraft der Natur. Aber: Es bleibt viel zu tun, damit auch die weniger harten Fischarten in unserem Land eine Zukunft haben.

Ganze Medienmitteilung Schweizerischer Fischereiverband

Flyer und Dossier zum Fisch des Jahres vom SFV

Aal-Fangverbot in der Schweiz ab 1.1.2021

Der Aal (Anguilla anguilla) ist durch das nationale Fischereirecht ab 1.1.2021 strenger geschützt. Er wird neu im Anhang I der Verordnung zum Bundesgesetz über die Fischerei (VBGF) als «vom Aussterben bedroht» aufgeführt. Damit darf er in der Schweiz nicht mehr gefangen werden. Grundlage dazu ist Art. 2a der VBGF: Arten mit Gefährdungsstatuts 0, 1 oder 2 und keinen Schonvorschriften dürfen nicht gefangen werden. Ausnahmen von diesen nationalen Vorschriften sind unter Umständen in internationalen Grenzgewässern möglich. Im Anhang 1 der VBGF wird der Gefährdungsstatuts aller einheimischen Fische, Neunaugen und Krebse aufgeführt. Bei 10 Fischarten musste der Gefährdungsgrad per 1.1.2021 erhöht werden, so zum Beispiel auch bei der Äsche (neu: 2, stark gefährdet).

Gefährdungsstatuts: 0 = ausgestorben, 1 = vom Aussterben bedroht, 2 = stark gefährdet, 3 = gefährdet, 4 = potenziell gefährdet, 5 = nicht gefährdet

Bundesrätliche Medienmitteilung zur Genehmigung der Fischerei-Verordnung im Bereich gefährdete Fische und Krebse

Personelle Neuigkeiten

Nach über 5 spannenden Jahren verabschiedet sich Corinne Schmid von der Fischereiberatungsstelle und stellt sich ab April 2021 einer neuen beruflichen Herausforderung in der Sektion Jagd und Fischerei beim Kanton Aargau. Der Lenkungsausschuss der FIBER dankt Corinne für ihre engagierte und tatkräftige Arbeit als Co-Leiterin der FIBER. Corinne hat in dieser Zeit massgeblich dazu beigetragen, dass die FIBER ein fundiertes und attraktives Programm bieten konnte. Wir bedauern den Wechsel von Corinne und wünschen ihr viel Erfolg beim Kanton Aargau.

Kurt Schmid übernimmt die FIBER-Leitung vorübergehend alleine. Kurt ist seit Ende 2019 bei der FIBER. Er hat einen Masterabschluss und Doktor in Gewässerökologie und Fischerei, ist seit über 35 Jahren selbst begeisterter Allround-Angler und fischt in Schweizer Gewässern und auch oft im Ausland.

Mehr Infos zum FIBER-Team

Film «Lachs – quo vadis?»

Taucht ein in die Geschichte des Lachses – eine Fischart, die einst zur Fortpflanzung über hunderte Kilometer über den Rhein vom Meer bis in die Schweizer Flüsse aufgestiegen ist und dies hoffentlich irgendwann wieder in grösseren Zahlen tun kann. Diese rund 40-minütige Dokumentation von Kristof Reuther und Jonas Steiner befasst sich mit der Wiederansiedlung des Lachses im Rhein und in der Elbe.

Zum Film: «Lachs – quo vadis?»

Bleifrei fischen

Blei gelangt aus verschiedenen Quellen in Oberflächengewässer. In der Fischerei hat der Einsatz von Blei eine lange Tradition, es wird seit Jahrhunderten als Gewicht verwendet. Dabei gelangen in der Schweiz durch Köderverluste bei der Angelfischerei laut Schätzung des BAFU jährlich rund 1250 kg Blei in die Umwelt. Das giftige Schwermetall kann in gelöster Form oder an Partikel gebunden in die Nahrungskette gelangen und wird - einmal im Körper aufgenommen - nur sehr langsam wieder ausgeschieden. Bleischrot wird durch Wasservögel leicht mit der Nahrung aufgenommen und kann durch Kreislaufversagen zum Tod führen. Bei der Ausübung der Wasserjagd ist der Einsatz von bleihaltiger Munition bereits verboten, in der Fischerei ist der Einsatz von Blei aktuell aber noch zulässig. Die Jagd- und Fischereiverwalterkonferenz, der Schweizerische Fischereiverband, der Schweizerische Berufsfischereiverband und das BAFU appellieren aber an die Fischerinnen und Fischer, wo immer möglich Alternativen zu Blei einzusetzen.

Merkblatt «Kein Blei in der Fischerei» der JFK

Biofotoquiz - spielerisch (Fisch-) Arten lernen!

Ob Anfänger, Fortgeschrittene oder Experten - beim Biofotoquiz hat es für alle etwas dabei. Neu sind neben Pflanzen, Vögeln, Säugetieren, Schmetterlingen, Amphibien und weiteren auch unsere Fische vertreten. Die Fotos sollen laufend ergänzt werden, es bleibt also spannend.

Viel Spass beim Ausprobieren und Auffrischen/Erweitern von euren Artenkenntnissen auf biofotoquiz.ch!

FIBER auf Facebook

Corona sei Dank tasten wir uns im Bereich Social Media weiter vor. Seit anfangs Februar sind wir nun neben Twitter auch auf Facebook vertreten – schaut bei Gelegenheit bei uns vorbei und lasst ein Like da: FIBER auf Facebook.

Publikationen:

WWF: Das stille Sterben unter Wasser

Süsswasser-Fische sind Nahrungsgrundlage für 200 Millionen Menschen. Doch Überfischung, Verschmutzung und der Bau von Hindernissen und Wasserkraftwerken setzt den Fisch-Beständen stark zu. Jede dritte Art ist vom Aussterben bedroht, warnt ein neuer WWF-Bericht. In der Schweiz stehen 58 Prozent der Süsswasserfische auf der Roten Liste. Der WWF setzt sich dafür ein, dass unnötige Hindernisse beseitigt, Wasserkraftwerke ökologisch saniert und verbaute Gewässer aufgewertet werden.

WWF-Medienmitteilung «Das stille Sterben unter Wasser»

WWF-Bericht «The World’s Forgotten Fishes»

Besatzmassnahmen mit Forellen: Markierungsversuche 2013 bis 2019 im Kanton Aargau

Bei rückläufigen Fangzahlen und/oder Fischsterben wird oft an Besatz als Gegenmittel gedacht – dass dieser nicht immer so erfolgreich ist wie erwartet, zeigen Erfolgskontrollen an sieben verschiedenen Gewässern im Kanton Aargau. Bei den Fischbesätzen wurden zwei verschiedene Ziele verfolgt: Einerseits versuchte man den Fischbestand in der Wyna, Surb, Jonen, Suhre und Reuss zu erhöhen, um rückläufige Fangzahlen aufzufangen (Kompensationsbesatz). Andererseits wurden Forellen zur Wiederansiedlung nach Fischsterben im Staffeleggbach und Stöckenbach eingesetzt (Initialbesatz). Die Besatzfische wurden mit einem Fettflossenschnitt markiert oder genetisch mittels Elternschaftsanalyse identifiziert. Bei den Elterntieren handelte es sich um einen Muttertierstamm mit Forellen aus verschiedenen lokalen Gewässern (grösstenteils Surb), der regelmässig mit wilden Forellen aufgefrischt wurde. Die Anteile Besatz- und Wildfische in den untersuchten Gewässern wurden bis zu drei Jahren nach dem Besatz mitverfolgt.

Beim Kompensationsbesatz waren im Besatzjahr die Anteile der markierten Besatzfische bei Kontrollen noch relativ hoch (bis zu 80%), aber bereits im Folgejahr wurden mehrheitlich Wildfische gefangen und der Anteil der Besatzfische nahm über die Zeit kontinuierlich ab. Bei den fangfähigen 3+ Forellen stammten bei allen untersuchten Gewässern fast alle Fische aus der Naturverlaichung. Die Ertragssteigerung, die man sich durch den Einsatz von Besatzfischen erhofft hatte, ist in den untersuchten Gewässern also kaum oder gar nicht eingetreten.

Abbildung: Die genetisch markierten und in der Surb eingesetzten Fische nahmen über die Jahre stetig ab. 1 Jahr nach dem Besatz konnten noch knapp über 50% der gefangenen Fische des 1+ Jahrgangs mittels genetischer Elternschaftsanalyse den Besatzfischen zugeordnet werden, 2 Jahre nach dem Besatz waren es noch knapp über 10% und beim Jahrgang 3+ stammten alle gefangenen Forelle dieser Altersklasse aus der Naturverlaichung. Grafik: ECQUA 

Auch bei den Initialbesätzen im Staffelegg- und Stöckenbach waren die Anteile der markierten Forellen entgegen den Erwartungen spätestens im Jahr nach dem Besatz gering. Dennoch scheint sich der Bestand an Forellen zu erholen. Und auch Groppen wurden nachgewiesen, obwohl diese nicht eingesetzt wurden. Die Fische müssen folglich aus den Seitengewässern und/oder nicht betroffenen Bereichen der beiden Bäche stammen.

Die Ergebnisse stützen den Entscheid des Kantons Aargau, keine Kompensationsbesätze mehr durchzuführen. Bei Fischsterben wird empfohlen im Einzelfall abzuwägen, ob ein Initialbesatz wirklich notwendig ist. Um auf den Initialbesatz verzichten zu können, ist eine gute Vernetzung des betroffenen Gewässerabschnittes natürlich Voraussetzung. Fehlt diese, sollte darauf geachtet werden, dass betroffene Gewässer mit Fischen (oder auch Krebsen und Muscheln) aus nahegelegenen, natürlichen Populationen besetzt werden.

Aktuell laufen noch Erfolgskontrollen von Besatzmassnahmen mit Laichfischfang in verschiedenen Gewässern (unter anderem auch in der Surb) – wir sind schon gespannt auf die Resultate und halten euch auf dem Laufenden…

Bericht «Besatzmassnahmen mit Forellen»

2 Seen, 7 Felchenarten

Ein Team des Wasserforschungsinstituts Eawag und der Universität Bern beschreibt sieben endemische Felchenarten der Berner Oberländer Seen – vier davon wurden vorher noch nicht wissenschaftlich beschrieben, zwei erst in den letzten Jahren als eigenständige Arten erkannt. Eine Felchenvielfalt wie in Thuner- und Brienzersee gibt es in der Schweiz sonst höchstens noch im Vierwaldstättersee; und gerade bei solch tiefen Seen sind weitere Überraschungen nicht auszuschliessen.

Eawag-News: «2 Seen, 7 Felchenarten»

NZZ: Darwin hätte seine Freude an den Schweizer Seen – sie vollbringen ein Feuerwerk der Evolution

Berner Oberländer / Thuner Tagblatt: In 2 Seen tummeln sich 7 Felchenarten

Von Fischen, Fischern und Forschern

Diese Broschüre ist ein Streifzug durch die Bodenseefischerei und greift viele spannende Themen auf: Wie entwickelte sich die Fischerei an einem der größten Seen im Herzen Europas? Welche Fische bevölkern ihn, wie und wo genau leben sie? Wie werden sie befischt? Wie lassen sich Fische und Fischerei am besten schützen und wie kann die Fischereiforschung dazu beitragen? Wie sehen die Fischer ihren Beruf oder ihre Passion früher, heute und in Zukunft? Welchen aktuellen und zukünftigen Herausforderungen steht die Fischerei am See gegenüber? Mit einbezogen wird außerdem der moderne Umweltschutz, der den See, seine Fischartengemeinschaft und die Fischerei ganzheitlich betrachtet und insbesondere ihre einzigartige Bedeutung für die Menschen der Region sieht und würdigt.

Mehr Infos und Bestellung (25 Euro inkl. Versand in die Schweiz)

Auch Bäche in landwirtschaftlichen Gebieten profitieren vom Biber

Anfang des 19. Jahrhunderts ausgerottet, sind Biber heute landauf, landab wieder fast überall anzutreffen. Insbesondere im Mittelland und in den letzten zehn Jahren haben sie sich stark verbreitet, sodass aktuell schätzungsweise fünf bis sechstausend Biber in Schweizern Gewässern leben. Die Nager sind bekannt dafür, dass sie die Morphologie aber auch die Hydrologie und Ökologie von natürlichen Fliessgewässern stark verändern und diese dadurch dynamischer und artenreicher machen. Unklar war bisher aber, ob dies in ähnlichem Mass auch auf urbane oder landwirtschaftliche Bäche zutrifft – just jene Bäche also, die die Biber heute vorwiegend besiedeln. Nun konnten Forschende der Eawag und der Universität Lausanne zeigen, dass dem so ist: Biberteiche erhöhten nicht nur die Artenvielfalt zweier landwirtschaftlich geprägter Bäche, sondern veränderten auch das Nahrungsangebot für die Wassertiere. Wie gross der Einfluss des Bibers aber war, hing stark von der Topografie ab.

Eawag-News: Auch Bäche in landwirtschaftlichen Gebieten profitieren vom Biber

Abstiegshilfen, deren Signale die Fische verstehen

In Europa gibt es noch kaum Abstiegshilfen, die Fische unversehrt an den Turbinen von Flusskraftwerken vorbei lotsen. Ein Team von ETH-Ingenieurinnen und Fischbiologen der Eawag hat nun einen Rechen entwickelt, der Fischen durch Druck- und Strömungsunterschiede den Weg aus der Hauptströmung in den sicheren Fischpass signalisiert. Das System, welches das Verhalten der Fische beeinflusst, bewährte sich in Labortests vor allem für Junglachse und karpfenartige Fische.

Eawag-News: «Abstiegshilfen, deren Signale die Fische verstehen»

Webinare zum Thema fischfreundliche Wasserkraftwerke findet ihr auf der Plattform Renaturierung

HOTSPOT 42/2020: Verborgene Biodiversität

Das Leben auf der Erde besteht aus weit mehr, als wir sehen können – oder sehen wollen. Der grösste Teil ist mikroskopisch klein, lebt heimlich oder an unzugänglichen Orten, ist nur mit Labormethoden nachweisbar oder wird schlicht nicht wahrgenommen. Damit «aus den Augen» nicht «aus dem Sinn» bedeutet, beschäftigte sich eine Ausgabe von HOTSPOT mit der versteckten Biodiversität und gibt so einen Einblick in das ganze Ausmass der Biodiversität.

Hier geht es zum HOTSPOT 42/2020 und zur Homepage der Akademie der Naturwissenschaften Schweiz (SCNAT).

Ausgewählte HOTSPOT-Artikel:

Magazin «die umwelt» 4/2020 - Wird in der Schweiz das Wasser knapp?

Der heisse und trockene Sommer 2018 ist vielen von uns noch in Erinnerung: ausgetrocknete Bäche, rekordwarme Gewässer, Fischsterben, die eingestellte Rheinschifffahrt und Probleme bei der Bewässerung in der Landwirtschaft. Müssen wir uns künftig auf solche Sommer einstellen? Wird in unserem Land demnächst das Wasser knapp? Droht die Schweiz zu versteppen? Diesen Fragen hat sich das Magazin «die umwelt» angenommen…

Magazin «die umwelt» 4/2020

Kurzzeitige Konzentrationsspitzen werden stark unterschätzt

Es ist eigentlich erst ein Prototyp. Doch das fahrbare, vollautomatisierte Wasserlabor MS2field liefert bereits zuverlässige und zudem brisante Daten. In einem in der Zeitschrift Aqua&Gas publizierten Artikel beschreiben die verantwortlichen Forschenden der Eawag nicht nur, wie die Plattform funktioniert, sondern auch wie sie damit an einem kleinen Bach im Landwirtschaftsgebiet Pestizidkonzentrationen gemessen haben. Die ersten Einsätze des Geräts zeigen, wie stark Konzentrationsspitzen, zum Beispiel von Pestiziden, mit herkömmlichen Methoden bisher unterschätzt werden.

Eawag-News: «Kurzzeitige Konzentrationsspitzen werden stark unterschätzt»

Artikel in AQUA & GAS: MS2field - Mikroverunreinigungen mobil messen

Kurzschlüsse erhöhen Pestizidbelastung

Im Landwirtschaftsgebiet fliesst viel Wasser von den Feldern, sowie von Strassen und Wegen über Schächte und andere künstliche Entwässerungen direkt in Bäche. Über solche Kurzschlüsse gelangen auch Pestizide in die Gewässer – eine neue Studie sagt, deutlich mehr als bisher angenommen.

Eawag-News: «Kurzschlüsse erhöhen Pestizidbelastung»

Anwendung von eDNA-Methoden in biologischen Untersuchungen und bei der biologischen Bewertung von aquatischen Ökosystemen

Das Biomonitoring aquatischer Lebensräume wird derzeit durch Verfahren, die auf Umwelt-DNA (eDNA) basieren, verändert. Diese neuen Instrumente überwinden gewisse Beschränkungen herkömmlicher Biomonitoringmethoden und erlauben eine nichtinvasive Probenahme, eine breite taxonomische Auflösung, eine hohe Sensitivität und die Möglichkeit, Prozesse zu automatisieren. Allerdings stellen die komplett neue Herangehensweise und die rasche Entwicklung der neuen Technologie Herausforderungen für ihre Einführung in die Praxis dar. In dieser Publikation werden die Grundlagen und Anwendungen der eDNA-Technologie erläutert und die Vorteile und Beschränkungen vorgestellt. Es werden mögliche Anwendungen von eDNA-Tools für das Monitoring und die Bewertung aquatischer Ökosysteme aufgezeigt und detaillierte Protokolle und bewährte Praktiken für die Verarbeitung von eDNA-Proben vorgestellt.

BAFU-Publikation: Anwendung der eDNA-Methoden

Agenda:

Delegiertenversammlung SFV 2021 am 12. Juni 2021

Die 141. Delegiertenversammlung des Schweizerischen Fischerei-Verbands ist für den 12. Juni 2021 von 12-17 Uhr geplant. Genauere Infos werden zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Delegiertenversammlung SFV 2021

Letzte Änderung: 06.04.2021