Eine Revitalisierung für Nase und Mensch

Wenige Gehminuten vom Bahnhof Frauenfeld entfernt wurde 2014-2015 in den Murg-Auen eine Revitalisierung realisiert, nachdem die durch das Militär als Truppenübungsplatz genutzte Fläche von der Stadt aufgekauft wurde. An der Revitalisierung, welche rund zwei Millionen Franken kostete, beteiligten sich der Bund, der Kanton Thurgau und die Stadt Frauenfeld. Das Ufer wurde teils abgeflacht und Schwellen durch passierbare Blockrampen ersetzt. Zudem wurde ein rund 500m langer, verlandeter Altlauf reaktiviert, welcher aufgebaggert werden musste. Bei Hochwasser fliesst nun ein Teil der Murg durch den freigelegten Seitenlauf, zudem wird das Gewässer mit einer künstlichen Schwelle gespeist.

Früher noch häufig, ist die Nase (Chondrostoma nasus) heute vom Aussterben bedroht. Die Fischart aus der Familie der Karpfenartigen residiert auf der roten Liste und darf nicht gefischt werden. Dank der Renaturierung des Murg-Auen-Parks finden die Nasen heute optimale Laichplätze. Zuvor hat eine hohe Schwelle eine Wanderung der Fische flussaufwärts verunmöglicht. Diese wurde im Rahmen der Renaturierung eliminiert. Heutzutage steigen die Nasen wieder zu Tausenden die Murg hinauf, bei einer Zählung nach der Renaturierung wurden rund 5000 Tiere gezählt. Zugleich profitieren aber auch die Menschen von der zurückkehrenden Natur in den Murg-Auen. Die Frauenfelder schätzen das Naherholungsgebiet sehr, Seite an Seite mit den Fischen im Bach wird spaziert, grilliert und gebadet.

Mit dem Konzept Thur+ sollen zukünftig grosse Teile der Thur, unter anderem im Bereich der Murgmündung, etappenweise aufgeweitet und aufgewertet werden. Das ganze Projekt wird rund 30 Jahre dauern, die Kosten werden insgesamt auf rund 325 Millionen Franken geschätzt.

 

Mehr Infos zum Fallbeispiel Murg gibt es bei der Plattform Renaturierung

Mehr Infos zum geplanten Konzept Thur+